Neulich im Minivan

Schnell ist klar: ich, der Mann, sitze vorne. Der Amulettbehängte Fahrer im Strohhut breitet ein Grinsen und diverse Broschüren und Pamphlete aus, drückt aufs Gas und ich stürze mich hinein ins Wortgefecht.

Ich: „So, we go to the temple now.“
Driver: „Yes, temple. Temple, very good. Good temple.
Ich: „Good.“
Driver: „We stop on way. Silver factory. Very nice. Very cheap“
Ich: „Ah, no thank you.“
Driver: „Short stop. We stop at shirt factory. Very short, very good. Good quality.“
Ich: „No, no thanks. No factory. Just temple.“
Driver: „We go factory?“
Ich: „No. No factory.“
Driver: „Okay, we stop on way back. Very cheap. Good factory. Very happy.“
Ich: …
Driver: „Ah. Tiger Kingdom. Tiger, tiger. Baby tiger. Good tiger. Good for Children.“
Ich: „No. Let’s go temple. Just temple.“
Driver: „Aha.“ … „Temple not good. Bad temple. Many tourist now. Many Chinese. Chinese people. Takkeeee picture pleeeease. Chinese, chinese. Many people now. Better go later.“
Ich: „No. We want to go there now.“
Driver: „Aaaaah…Just temple, now.“

Driver: „Butterfly Garden? Orchid Garden?“
Ich: „No. Please. Temple. Thank you“

Kurz danach. Neben uns ein *sparkling* Mall, Weihnachtsdeko, Baum, Lametta, Glitzer-glitzer.

Driver: „This shopping mall. Good mall, Phad Thai, fried rice, 40 Baht. We stop. One hour.“
Ich: „Not now, thanks. Maybe later.“
Driver: „Look. Tree. I sing.
Ich: „???“
Driver: „Sing. I sing.“
Ich: „Like, Karaoke?“
Driver: „Yes, yes, I sing. Schnee Gebell.“
Ich: „???“
Driver: „Schnee Gebell, Schnee Gebell…
Ich: „Oh, Jingle Bells?“
Driver: „Yes, yes! You Kissing?“
Ich „?!?“
Driver: „Kissen. You Kissen?“
Ich „?!?“
Driver: „I Muddha. Muddha.“
Ich: „???“
Driver: zeigt auf sich „Muddha! Me, muddha!“
Ich: [denke – deine Mudda, ALTER!] zeige auf mich „Me, Flo.“
Driver: „FLO? You Flo?“
Ich: „Yes. I am Flo.“
Driver: „Aaaa…Flo“ sieht aus den Augenwinkeln rüber.

Daraufhin: Schweigen.


O, babylonische Kommunikationsverwirrung!

Stunden später fällt der Groschen. Ich versuche mich im Perspektivwechsel und transkribiere das Gespräch, wie es wohl hätte verlaufen sollen. Um den Lesefluss zu verbesseren, ergänze ich das ein oder andere Detail.

Er so: „This is a great place to have something to eat. There is also all the stuff that you tourists eat, and it’s also cheap. Want to stop here?“
Ich: „Maybe later“
Er: „Look, they’re putting up a whole Christmas show, with songs and stuff!“
Ich: „Karaoke?“
Er: „Er, no. Just songs. Like Jingle Bells.“
Ich: „Schnee Gebell?“
Er: „Christmas songs! Are you a Christian?“
Ich: „Kissen?“
Er: „Christian! I am Buddhist. I worship Buddha. Buddha – Buddhist, do you understand?“
Ich: „Deine Mudda?“
Er: „I am a Buddhist. What are you?“
Ich: „I am Flo.“
Er: „You are a Flo?“
Ich: „Yes, yes. Flo.“
Er: [denkt – I hate my job]

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